Jonas Rump & Leonhard Hieronymi

Doppellesung für Freund:innen frischer deutscher Literatur

07/10/2022
EINLASS: 19:00H
BEGINN: 20:00H
EINTRITT: frei

Lesung

JONAS RUMP

BUCH: NOTTULN – TRAURIGE GESCHICHTEN AUS EINER TRAURIGEN KLEINSTADT

Nottuln, die westfälische Kleinstadt mit den gepflegtesten Hecken und dem traurigsten Gossip. Hinter den sauber verklinkerten Mauern der Einfamilienhäuser hören wir davon, wie eine missliche Begegnung zweier Nottulner in einem Gelsenkirchener Etablissement zum Mythos wird; wie Nottulns einzige Punkerin Waltraud vor dem Edeka-Center einen Unfall baut; wie deprimierend punktgenau Frau Obering ihren Schüler:innen die berufliche Zukunft vorhersagt; wie Kieferorthopädensohn Johannes Tedesco einem Warsteiner-Erben Saures gibt und der Gemeinderat Karl-Rudolf Hülsbeck sich von seinem lang gehegten Lebenstraum, einem Nottulner Skatepark, verabschieden muss.

Stimmen zum Buch

„Chronistenhaft, distanziert und wunderbar pointiert.“ – kultur.west

„Während für die „Oldies“ einen Buchtitel wie „Nottuln – Traurige Geschichten aus einer traurigen Kleinstadt“ nach reichlich Provokation klingt, amüsieren sich Millennials bei dieser Lektüre vom Feinsten. Nicht zuletzt, weil sie viel trockenen Humor und einen hohen Wiedererkennungswert liefert.“ – Westfälische Nachrichten

„Jonas Rump kann auf jeden Fall erzählen, hat ein Gefühl für Pointen und Doppelbödigkeiten und gute Geschichten. Ich bin gespannt darauf, was er daraus noch machen wird und wie sich das entwickelt, wenn er vielleicht mal etwas Längeres schreibt. Ich würde es auf jeden Fall lesen, vielleicht sogar dann, wenn es wieder um eine Kleinstadt ginge.“ – Kulturgeschwätz

Der Autor

JONAS ANDREAS RUMP

geboren am 9. November 1990 in Münster, aufgewachsen in Nottuln. Studium der Sozialwissenschaften in Düsseldorf und Europäische Literaturen in Berlin. Verfasser mehrere Kurzgeschichten und Essays, das erste Buch heißt Nottuln. Traurige Geschichten aus einer traurigen Kleinstadt, erschienen im November 2021. Bisherige thematische Schwerpunkte: Müdigkeit, Gunter Gabriel, Künstliche Intelligenz, LSD, Schlurfen, Traurigkeit im Münsterland. Arbeitet außerdem als Redakteur beim Sachbuch-Startup Blinkist. Instagram @sadbooksclub. 

 

LEONHARD HIERONYMI

Es geht wieder los! In den Clubs wird wieder gefeiert, in Frankfurt wurde das weltweit erste Museum für elektronische Musik eröffnet und der Sound von Trance erlebt ein absurdes Revival. Das Buch zum Sound der frühen Neunziger Jahre heißt wie der Sound selbst:

BUCH: TRANCE.

Die neue Veröffentlichung von Leonhard Hieronymi, ein wilder Hybrid aus persönlich gefärbtem Essay und literarischem Sachbuch, spielt natürlich hauptsächlich in Frankfurt am Main, dem eigentlichen Ursprungsort deutscher Clubkultur. Hieronymi geht bei seiner literarischen Ankündigung wie alle guten Schriftsteller*innen radikal von sich selbst und seinem eigenen Aufwachsen aus. Das heißt: dieses Buch beginnt im Frankfurter Speckgürtel, in Oberursel, an einer integrierten Gesamtschule zu Beginn der Nullerjahre. Ausgehend von den großen Desillusionierungen seiner Generation (von Marilyn Manson bis zum Anschlag auf das World Trade Center), erzählt Hieronymi wie

seine friends und er das utopische Moment der Techno- und House-Kultur in Deutschland zunächst gerade verpassten. Überhaupt hatte seine Klasse (die Jahrgänge 87 und 88) die Genese aller Subkulturen des 20. Jahrhunderts gerade so verpasst. Und so blieben ihnen nur: die Filesharing-Tauschbörsen und YouTube. Ausgehend von den Anfängen der Gratis-Verfügbarkeit aller Popkulturen erkundet Hieronymi selbstironisch (das es das noch gibt!) und maximal angreifbar die Techno-Geschichte. Er geht dafür, natürlich, zunächst zurück zu Juan Atkins, Kevin Saunderson und Jeff Mills, den drei Schwarzen Männern, die den Detroit Techno erfanden. Bekanntlich hatte das Trio hierfür einerseits den P-Funk von George Clinton und andererseits den radikal digital entschlackten Sound der drei Kraftwerk-Teutonen appropriiert. Es war die Goldene Zeit des Techno als Reflektion des post-industriellen Zeitalters. Kurz nachdem das Trio diesen utopischen Möglichkeitsraum geschaffen hatte, ging es dann zurück nach Deutschland (und nach Ibiza), wo der afro-futuristische Detroit Techno seinerseits von hedonistischen weißen Bürgi-Kids appropriiert wurde (»Kulturelle Aneignung. Das war alles, was wir hatten.«). Wie in der Folge Techno ausgehend von Frankfurter Clubs wie dem Omen zunächst den Underground eroberte, dann aber im Drogen-induzierten Poppertaumel ausgehöhlt und zu einer explizit deutschen Erfolgsgeschichte gemacht wurde, erzählt Leo Hieronymi in seinem neuen Buch aus der sicheren Distanz der Peripherie.

Der Autor

LEONHARD HIERONYMI

Leonhard Hieronymi wurde in Bad Homburg geboren und ist im Industriegebiet am nördlichen Stadtrand Frankfurts aufgewachsen. Im Korbinian Verlag erschien zuvor sein Buch Ultraromantik, das inzwischen Kult- und Sammlerobjekt ist, bei Hoffmann & Campe 2019 sein Roman In Zwangloser Gesellschaft. Zuletzt von Hieronymi erschienen: MOSTRO. Pinocchio-Eis in Deutschland (Starfruit Publications).

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